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Abteilung für Kardiologie

Warum Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen?öffnen/schließen

Dr. med. Petra Wacker
Dr. med. Petra Wacker
Chefärztin der Abteilung Kardiologie
Fachärztin für Innere Medizin, Kardiologie,
Angiologie, Internistische Intensivmedizin,
Notfallmedizin und Geriatrie

Herzinfarkt, eine Herzklappenoperation, Bypass-
Operation, Ballondilatation oder Herzmuskel-
erkrankungen sind einschneidende Ereignisse
im Leben eines Menschen. Die stationäre kardio-
logische Rehabilitation hilft, den Weg zurück in
ein normales Leben zu finden.

Das Therapieprogramm der Klinik, in Form einer
Anschlussheilbehandlung (AHB), Anschlussreha-
bilitation (AR) oder eines allgemeinen Antragver-
fahrens, stellt die langfristige Stabilisierung des
Herz-Kreislauf-Systems und die Regulierung der
inneren Verfassung in den Vordergrund. Um die
Aufgaben im Alltag und Beruf wieder angemes-
sen bewältigen zu können, wird die körperliche
Leistungsfähigkeit durch die richtig dosierte und
kontrollierte kardiologische Bewegungstherapie
verbessert. Durch Erlernen eines gesunden
Lebensstils soll ein Fortschreiten der Erkrankung
verhindert werden.

Die Patienten erhalten Unterstützung dabei, sich den
neuen Erfordernissen anzupassen sowie entsprechen-
de Risikofaktoren abzubauen. Mit verschiedenen
Entspannungsmethoden, Stressbewältigungssemi-
naren und Kursen zur Körperwahrnehmung und
Achtsamkeit, können sie wieder zu ihrer inneren
Balance finden.

Die personelle und medizintechnische Ausstattung
erlaubt eine gezielte und hochwertige rehabilitations-
spezifische Diagnostik, um einen optimalen Therapie-
plan zu erstellen und die Reha-Ziele zu erreichen.

Sollte z. B. eine Herzschwäche vorliegen, werden die Patienten nicht nur über das Krankheitsbild
aufgeklärt, ihnen steht bei häufig vorhandenen Schrittmacherimplantaten (ICD, CRT) auch eine
technisch anspruchsvolle Betreuung durch Fachärzte und Programmiergeräte zur Verfügung.

Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen leiden nicht selten auch an Begleiterkrankungen
wie Diabetes Mellitus und Fettstoffwechselstörungen; die Behandlung mit alltagstauglichen
Therapien, Beratung zur Insulinversorgung, Ernährungsberatung und –Schulung gehört dazu.
Übergewichtige Menschen erhalten in speziellen Kursangeboten, u.a. in der Lehrküche,
Hilfe bei der Bewältigung ihres Gewichtsproblems.

Für Patienten die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen müssen, schulen wir die Selbst-
kontrolle der Werte nach den Maßstäben des „SPOG-Programmes“ · Schulungs- und Behandlungs-
programm für Patienten mit oraler Gerinnungshemmung, Curriculum mit Trainerleitfaden in Zusam-
menarbeit mit der Firma ROCHE Diagnostics-, damit die Patienten zu Hause die Medikamentenein-
nahme selbst steuern und überprüfen können.

Unter Leitung erfahrener Fachärzte werden die Patienten von einem Team, bestehend aus Bewegungs-
therapeuten, Pflegekräften, Psychologen, Ernährungstherapeuten und Sozialberatern behandelt.
Eine zentrale, computergestützte Therapiesteuerung sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Termine.

Gegen Ende des Aufenthaltes sprechen wir mit den Patienten über ihre weitere Behandlung, z.B. Nach-
sorgeprogramme, ggf. über berufliche Wiedereingliederung und über neue Lebensperspektiven.

 

Gemeinsam veröffentlichter Fachartikel der Chefärztin Frau Dr. P. Wacker und des Ärztlichen Direktors Herrn Dr. R. Wacker "Besonderheiten der Lungenembolie bei geriatrischen Patienten"  im Geriatrie-Report 11. Jahrgang, Ausgabe Nr. 04-2016 (S. 29-33)

 

 

Wir behandeln folgende Krankheitsbilderöffnen/schließen

  • Durchblutungsstörungen

    • Nach Herzinfarkt mit oder ohne PCI (PTCA/ Stentimplantation)
    • Nach operativer Myokardrevaskularisation (Bypass-Operation)
    • Stabile Angina pectoris
  • Herzklappen

    • Nach operativem Herzklappenersatz
    • Nach operativer Herzklappenrekonstruktion
    • Nach interventioneller Aortenklappenimplantation (TAVI)
    • Nach Entzündungen der Herzklappen (Endokarditis)
    • Nicht operierte erworbene Herzklappenfehler
    • Operierte oder nicht operierte angeborene Herzfehler
  • Herzrhythmusstörungen

    • Nach elektrophysiologischen Kathetereingriffen (Ablationsbehandlung)
    • Nach Defibrillator- und Schrittmacherimplantation
    • Medikamentös behandelte Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern, - flattern)
  • Blutgefäße

    • Erkrankungen der großen herznahen Schlagadern, insbesondere der Aorta
    • Peripherarterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
    • Nach peripheren arteriellen Embolien
    • Nach Operationen oder Kathetereingriffen an den zentralen und peripheren Schlagadern
    • Nach Amputation (in Zusammenarbeit mit der orthopädischen Klinik)
    • Nach venösen Thrombosen
    • Essentielle oder sekundäre arterielle Hypertonie
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

    • Bei KHK, Kardiomyopathien, Bluthochdruck und Herzklappenerkrankungen
    • Nach Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
    • Nach Implantation biventrikulärer Schrittmachersysteme (Resynchronisationstherapie)
    • Nach Herztransplantation
  • Herzbeutel (Perikards)

    • Nach akuter Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
    • Bei chronischer Herzbeutelentzündung
    • Nach Perikardtamponade
    • Nach Operation am Herzbeutel
  • Lungenkreislauf

    • Nach Lungenarterienembolie mit oder ohne akutem Cor pulmonale
    • Pulmonalarterielle Hypertonie
    • Chronisches Cor pulmonale

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