Gute Chancen mit neuer Leber
Fachgespräch mit Bundesministerium im Sonnenhof zeigt: Patienten kehren oft ins Erwerbsleben zurück
Waldachtal. Auch Menschen mit einer Spenderleber haben gute Chancen, nicht nur ein akzeptables Leben zu führen, sondern sogar ins Berufsleben zurückzukehren. Das machte Petra Schraml-Dussle, Leiterin der Fachklinik Sonnenhof in Waldachtal-Lützenhardt, Brigitte Lampersbach deutlich. MdB Hans-Joachim Fuchtel hatte die Gruppenleiterin für Rehabilitation im Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu Fachgesprächen in seinen Wahlkreis eingeladen.
Die Fachklinik Sonnenhof ist eines von nur fünf Zentren in Deutschland, in denen sich Patienten von einer Lebertransplantation erholen. Auch wenn Petra Schraml-Dussle diesen Vergleich nicht gerne macht, so weiß die Klinikleiterin doch, wie wichtig der Hinweis darauf ist, dass sich die Investition in die Nachsorge „lohnt“. Dadurch würden Krankheitsverläufe oft wesentlich verkürzt, ergänzte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, was nicht nur V.l.: MdB H.-J. Fuchtel, B. Lampersbach, Klinikleiterin P. Schraml-Dussle, Ärztlicher Direktor Dr. W. Daiss, U. Hauser, GF M. Keppler und Elke Vetter (beide IHK Nordschwarzwald) und I. Schuon entscheidend zur Genesung und zur Rückkehr in einen normalen Tagesablauf beitrage, sondern auch der Wirtschaft helfe. Denn viel zu oft werde an Patienten herumgedoktert, bis ernsthafte Entscheidungen gefällt würden. Was letztlich dazu führe, dass der Patient wieder und wieder ausfalle. „Da spricht niemand über die versteckten Kosten für unsere Volkswirtschaft“, sagte der Abgeordnete. Wirklich helfen tue diese Art der Behandlung jedoch nicht.
Petra Schraml-Dussle betonte, dass die meisten Patienten auch nach einer Lebertransplantation hoch motiviert seien, um wieder arbeiten zu können. Dazu trage letztendlich auch eine „Hotelatmosphäre unter Hygienebedingungen“ bei, die man im Sonnenhof bewusst geschaffen habe, um zum Wohlbefinden der Patienten beizutragen. Die 283-Betten-Klinik ist seit 40 Jahren Vertragshaus der Deutschen Rentenversicherung. Alkoholmissbrauch ist nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für Leberschäden, gefolgt von Virusinfektionen und Stoffwechselerkrankungen, machte der Ärztliche Direktor Dr. Willi Daiss deutlich. Wichtig sei, dass die Patienten in einem sehr frühen Stadium nach der Operation in die Reha-Klinik verlegt werden, weil der Erfolg einer Transplantation entscheidend von einer frühen Nachsorge abhänge. Zwischen 60 und 90 Transplantierte werden im Sonnenhof pro Jahr behandelt. Sie bleiben im Schnitt 23,5 Tage. Rund 30 Prozent kehren später ins Berufsleben zurück. Bis zu 70 Prozent führen zumindest ein weitgehend normales Alltagsleben.
Gerne hörte Hans-Joachim Fuchtel, der sich nach der Vernetzung der Klinik mit den touristischen Angeboten erkundigte, dass viele Patienten und deren Angehörige nach der Behandlung wiederkommen. Nicht allein für eine zweite Rehabilitationsmaßnahme, sondern häufig auch als Urlaubsgäste. Dazu trage unter anderem die enge Zusammenarbeit mit der Tourist-Information bei, so Petra Schraml-Dussle. Doch müsse sich der Ort dafür als Tourismusdestination weiterentwickeln können. Dazu trage im Wesentlichen das Qualifizierungsangebot im Tourismus bei, betonte IHK-Geschäftsführer Martin Keppler, der als wichtigen Beitrag der Industrie- und Handelskammer die Stärkung der Kompetenz in der Gesundheitsregion Nordschwarzwald ausmachte.
Viele ältere Menschen hätten den Sinn guter Reha-Angebote längst erkannt, sagte Dr. Willi Daiss. Wohl auch deshalb würden sie in Lützenhardt einen Präventivurlaub buchen. Dazu böten Häuser wie der Sonnenhof dieser Zielgruppe Sicherheiten, weil sie von ärztlichem Personal begleitet würden.
Ebenso seien beispielsweise der Ernährungsplan und das Sport- wie Freizeitangebot entsprechend auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmt.
